Bindegewebsmassage
nach E. DickeDie Bindegewebsmassage ist eine Reflexzonentherapie, die auf das Unterhautbindegewebe einwirkt. Bindegewebe und Körperorgane sind über das vegetative Nervensystem miteinander verbunden. Werden vorhandene Spannungen durch die Bindegewebsmassage aufgelöst, leitet das vegetative Nervensystem heilende Reize nach innen zu den betreffenden Organbereichen (über den kutiviszeralen Reflexbogen) weiter. Aber auch die Spannung der Skelettmuskulatur kann im beruhigenden Sinne beeinflusst werden. Ausserdem wird eine erweiternde Wirkung auf die Gefässe erzielt. Somit wird mit dieser Methode Einfluss auf die glatte Muskulatur der inneren Organe genommen, die Regulationsmechanismen des vegetativen Nervensystems und Bindegewebsspannungen normalisiert, die Durchblutung gefördert und Schmerzen gelindert. Der Zug erfolgt in der tiefen Verschiebeschicht zwischen Unterhaut und Faszie und besteht in einem flächigen Verschieben und langsamen Durchstreichen des Unterhautgewebes mit den arbeitenden Fingerkuppen. Es wird das Gewebe hinter den Fingern gedehnt. Dieser Fingerzug wird von der Kundin/vom Kunden als Ritzen oder Schneiden empfunden. Der Druck ist eher stark, kann aber durch Tiefe, Tempo und Dauer angepasst werden.
Die Geschichte der Bindegewebsmassage:
Die Bindegewebsmassage wurde Anfang der 30er Jahre von der Krankengymnastin Elisabeth Dicke aus Erfahrung mit ihrer eigenen Krankheit entwickelt. Die Ärzte erwogen eine Amputation ihres rechten Beines wegen Durchblutungsstörungen. Frau Dicke versuchte, durch eine Art Streichen und Ziehen im Gewebe sich selbst Erleichterung zu schaffen. Diese Manipulationen lösten lokal ein scharfes Schneidegefühl und in ihrem erkrankten Bein ein Kribbeln und Streichen aus, das mit einem Gefühl von Wärmewellen abwechselte. Ihre Krankheitserscheinungen bildeten sich innerhalb von einigen Wochen zurück und sie wurde wieder voll arbeitsfähig.
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